Ein zunächst "inoffizieller" Referentenentwurf zum sog. Netzpaket aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ist Anfang Februar bekannt geworden. Mit den inzwischen vorliegenden Positionspapieren des Ministeriums zum Netzanschlusspaket und den parallel skizzierten Leitlinien einer EEG-Weiterentwicklung hin zu einem stärker marktbasierten System gewinnen die Inhalte deutlich an Verbindlichkeit. Sie zeigen, dass die vorgeschlagenen Änderungen Teil einer realistischen, umfassenden energiepolitischen Neuausrichtung sind.
Die enthaltenen Vorschläge haben – sollten sie so umgesetzt werden – erhebliche Auswirkungen auf Erneuerbare Energien-Anlagen und ihren weiteren Ausbau. Im energiewirtschaftlichen Umfeld werden die Vorschläge kontrovers debattiert. Implikationen ergeben sich insbesondere für Anlagenbetreiber und Projektierer im Hinblick auf die Bewertung bestehender und geplanter Windenergie- und PV-Projekte.
Im Fokus stehen der vorrangige und unverzügliche Netzanschluss für EE-Anlagen und die Entschädigungszahlungen nach dem Redispatch 2.0. Die Schlagworte sind "kapazitätslimitierte" Netzgebiete, "Einspeisenetze", Baukostenzuschüsse für EE-Anlagen, Priorisierung von Anschlussbegehren seitens der Netzbetreiber, Reservierung und Rückgabe von Netzanschlusskapazität und "netzneutrale" Speicher.
Die vorgesehenen Änderungen würden nicht nur die regulatorischen Rahmenbedingungen betreffen, sondern potenziell auch tief in die Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Risikoeinschätzungen von Projekten eingreifen: So wären Auswirkungen auf die Realisierungsdauer, die Planungssicherheit und die Projektkosten zu erwarten. Damit entstünden neue wirtschaftliche Risiken insbesondere für Windenergie- und PV-Projekte und Business Cases müssten neu bewertet werden.
Aufgrund der potenziell gravierenden Auswirkungen wollen wir in unserem Kurzwebinar
"Netzpaket 2026 im Fokus: Auswirkungen auf EE-Anlagen"
einen kompakten Überblick über die wesentlichen Inhalte des Entwurfs geben und diesen einer ersten rechtlichen sowie energiewirtschaftlich-kommerziellen Bewertung unterziehen. Dabei beleuchten wir insbesondere die Implikationen für Projektstrukturierung, Finanzierungsfähigkeit und Möglichkeiten des "Gegensteuerns" durch die Integration von Speichern.
Gemeinsam diskutieren wir, welche Handlungsoptionen sich für Marktakteure eröffnen und strategischen Anpassungen für laufende und geplante Projekte sinnvoll erscheinen.
beigefügt.